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Aktuelle Themen und News rund um die Zukunft Ihres Unternehmens

16. Februar 2026
Die Frage „Was ist mein Unternehmen wert?“ beschäftigt Unternehmer häufig nicht erst im Verkaufsfall. Nachfolgeüberlegungen, strategische Optionen oder schlicht Neugier führen viele dazu, Online-Bewertungstools zu nutzen. Die Ergebnisse wirken konkret. Teilweise sogar professionell aufbereitet. Doch die entscheidende Frage lautet: Wie belastbar sind diese Werte tatsächlich? Dieser Beitrag beleuchtet die strukturellen Schwächen von Online-Unternehmensbewertungen – und erklärt, warum sie immer zu falschen Entscheidungen führen. 1. Methodische Simplifizierung Online-Tools arbeiten meist mit stark vereinfachten Modellen: Umsatzmultiplikatoren EBIT-/EBITDA-Multiples Standardisierte DCF-Modelle Pauschale Branchenfaktoren Was fehlt: Individuelle Cashflow-Logik Working-Capital-Mechanik CapEx-Zyklen Zyklische Volatilität Risikoadjustierte Kapitalkosten Das Ergebnis ist ein mathematisch sauber wirkender, aber ökonomisch unzureichend fundierter Indikationswert. 2. Die zentrale Schwäche: Falsche Datengrundlage Noch gravierender ist ein strukturelles Problem, das häufig übersehen wird: Online-Tools greifen in der Regel auf Jahresabschlussdaten zurück. Doch der handelsrechtliche Jahresabschluss verfolgt eine andere Zielrichtung als eine investorenorientierte Bewertung. Der Jahresabschluss dient primär: dem Finanzamt Gläubigern dem Vorsichtsprinzip (§ 252 HGB) Er dient nicht der wertmaximierenden Darstellung nachhaltiger Ertragskraft. Im Gegenteil: Viele inhabergeführte Unternehmen nutzen bilanzpolitisch zulässige Spielräume zur Ergebnisreduzierung – aus steuerlichen Gründen. 3. Typische ergebnisverzerrende Positionen in inhabergeführten Unternehmen In nahezu jedem mittelständischen Abschluss finden sich Positionen, die für Bewertungszwecke korrigiert werden müssen. Überhöhte Personalkosten für Angehörige Beispiele aus der Praxis: Studierende Kinder als „Werkstudenten“ mit Vergütungen über Marktniveau Ehepartner mit 15 Stunden Buchhaltung pro Woche bei 80.000 EUR Jahresgehalt Familienangehörige ohne operative Funktion auf der Gehaltsliste Diese Aufwendungen würden einem fremden Dritten in dieser Form nicht entstehen. Bewertungslogisch handelt es sich um verdeckte Gewinnentnahmen. Nicht betriebsnotwendige Aufwendungen Typische Fälle: Private Reisen als Geschäftsreisen verbucht private veranlaßte Kosten über Betriebsausgaben dargestellt Sanierung des Unterwasserschiffs eines privaten Motorbootes – deklariert als „Reparaturaufwand Kfz“ Luxusfahrzeuge ohne betriebliche Erforderlichkeit Jagd- oder Clubmitgliedschaften Diese Positionen mindern das operative Ergebnis – sind aber für die nachhaltige Ertragskraft irrelevant. Inhaberspezifische Vergütungsstrukturen Überhöhte Geschäftsführerbezüge Pensionszusagen mit hoher Dotierung Unübliche Tantiemeregelungen Oder umgekehrt: Unterbezahlte Inhaber, die Gewinne thesaurieren Beides verzerrt die EBITDA-Basis. 4. Mathematische Wirkung auf den Unternehmenswert Bewertungsformel: Unternehmenswert = EBITDA × Multiple Ist das EBITDA aufgrund steuerlicher oder familiärer Struktur verzerrt, wirkt sich dies unmittelbar auf den Unternehmenswert aus. Beispiel: Nachhaltiges EBITDA: 800.000 EUR Ausgewiesenes EBITDA: 600.000 EUR Markt-Multiple: 6x Tool-Wert: 3,6 Mio. EUR Tatsächlicher Wert: 4,8 Mio. EUR Differenz: 1,2 Mio. EUR – allein durch fehlende Normalisierung. 5. Keine Transaktionslogik Ein Online-Tool berücksichtigt nicht: Synergiepotenziale Käuferstruktur Earn-out-Modelle Working-Capital-Mechanismen Cash-/Debt-Position Deal-Struktur (Asset vs. Share Deal) Der reale Kaufpreis entsteht jedoch genau in dieser Struktur. 6. Psychologischer Ankereffekt Ein weiterer Risikofaktor ist psychologisch: Ein angezeigter Wert wird zum mentalen Referenzpunkt. Ist er zu niedrig, entstehen: Fehlentscheidungen vorschnelle Verkaufsüberlegungen falsche Erwartungshaltungen Ist er zu hoch, blockiert er spätere realistische Verhandlungen. 7. Warum gibt es dann Online-Unternehmensbewertungen? Die Antwort ist betriebswirtschaftlich einfach. Nahezu alle Online-Bewertungstools dienen primär der: Lead-Generierung Identifikation verkaufsaffiner Unternehmer Pipeline-Entwicklung Typischer Ablauf: Unternehmer gibt Kennzahlen ein Er hinterlegt Kontaktdaten Er erhält einen indikativ wirkenden Wert Es folgen E-Mails, Anrufe, Beratungsangebote Das Tool ist Marketinginstrument – kein Bewertungsgutachten. Problematisch wird es, wenn der Eindruck einer belastbaren Wertermittlung entsteht. Seriöse Anbieter und Profis die sich im Interesse ihrer Mandanten/Kunden mit der Unternehmernachfolge ernsthaft beschäftigen, nehmen von solchen Marketing-Instrumenten deutlich Abstand. Das erklärt sich auch ganz einfach: Wenn Anbieter tricksen und falsche Vorstellungen wecken müssen, um an eine Beauftragung zu kommen – wann soll sich dann die Vertrauensbasis zwischen M&A-Partner und Mandant/Kunden bilden? Als Unternehmer sind sie doch mit einem Trick zum Abschluss gezogen worden. Wie können Sie erhoffen, dass mit dieser Ausgangshandlung später eine ordentliche, professionelle Transaktion umgesetzt wird? 8. Fazit Online-Unternehmensbewertungen sind: maximal sehr grobe Orientierungsinstrumente für die Beispiel-GmbH, aber nicht für ihr individuelles Unternehmen reine Marketing-Tools generieren keine transaktionsfähigen Bewertungsgrundlagen Wer eine belastbare Aussage zum Unternehmenswert benötigt, braucht: Bereinigung der Abschlussdaten Ableitung eines Adjusted EBITDA Markt- und Wettbewerbsanalyse Risikoadjustierte Kapitalkosten Transaktionslogik den USP/die Besonderheit, warum ein Käufer sich genau Ihr Unternehmen auswählen sollte. Unternehmensbewertung ist keine Tabellenfunktion. => Sie ist eine strategische Entscheidungsvorbereitung! Woran erkennen Sie also einen professionellen Partner für den Verkauf Ihres Lebenswerkes/ in der Unternehmernachfolge? Neben weiteren Qualitätsmerkmalen (Zugehörigkeit zu führenden Mittelstandsverbänden u.a.) bietet er mit Sicherheit KEINE online-Unternehmensbewertung an.